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Mein erstes Basecamp Everesting

Noch keine Rennen in Sicht, eine neue Herausforderung wurde gesucht. Als mein Radkollege Domenik am 31.07. ein Everesting am Weißen Stein in Verbindung mit einer Spendenaktion für die Kinderkrebsvorsorge (Waldpiraten Heidelberg) plante, beschlossen Tobi und ich ein Basecamp Everesting auf dem Tandem mitzufahren.
Als nur wenige Tage vor dem Everesting Dominik ein Radunfall hatte und nicht zum geplanten Everesting antreten konnte (Nachholtermin ist der 02. / 03. Oktober) kristallisierte sich schnell heraus, dass das Event trotzdem stattfinden sollte. Tobi und ich auf dem Tandem und Claudia auf dem Einzelrad sprangen nun offiziell für Dominik ein und fuhren als Ziel jeder ein Basecamp Everesting.

Was ist ein Everesting?

Da aufgrund von Corona fast alle Radrennen nicht stattfinden konnten, gewannen unterschiedliche Rad-Challenges weltweit an Beliebtheit. Darunter das Everesting. Das Ziel ist es auf einem beliebigen Anstieg so viele Höhenmeter zu sammeln, bis man die offizielle Höhe des Mount Everests von 8848 Höhenmeter erreicht hat. Hierbei muss man den ausgewählten Abschnitt immer herauf und herunterfahren. Eine geplante Rundstrecke ist z. B. nicht erlaubt, Schlafen ist ebenfalls untersagt, dagegen sind beliebig viele Pausen kein Problem.
Als abgeschwächte Variante gibt es das sogenannte Basecamp Everesting. Hier gelten die gleichen Regeln zum Everesting, jedoch werden hier nur die Hälfte der Höhenmeter des Mount Everests (4424 Meter) gefordert.

Nach einem absolvierten Everesting kann man seine Route auf der offiziellen Everesting-Webseite einreichen. Nach erfolgter Überprüfung wird die Route Freigegeben und man wird mit in die Hall of Fame aufgenommen.

Tandem in einer Serpentine

Schrauben und Testen fürs Everesting

Ziemlich von Wind geschützt, kaum Autoverkehr und eine top Asphaltierte Straße mit einem durchschnittlichen Anstieg von 8,4% machen die Strecke am Weißen Stein für ein Everesting sehr attraktiv. Auf einer Länge von 3,5 km werden rund 292 Höhenmeter zurückgelegt.
Damit in den Steilpassagen für uns auf dem Tandem immer noch ein möglichst flüssiger Tritt möglich war, montierten wir eine 11-34 Kassette und passten die Kette und Schaltung darauf an.

Als wir die Strecke ein paar Tage zuvor mehrfach probe fuhren, machte plötzlich die Vorderradbremse große Probleme. Starke Vibrationen machten das Tandem bergab nahezu unfahrbar und zu gefährlich – Geschwindigkeiten von über 80 km/h ist bei dem Abschnitt die Regel.

Um das Problem zu lösen, montierten wir eine neue Bremsscheibe, wechselten von organischen Bremsbelägen zu metallischen und zogen nochmals den Steuersatz etwas nach. Bei einer erneuten Testfahrt am Weißen Stein traten keinerlei Probleme mehr auf.

Einzelfoto vom Tandem

Das Event

Bei perfektem Wetter starteten wir gemeinsam mit Claudia um 9 Uhr zu unserem gemeinsamen Basecamp Everesting. 15 Auffahrten von jeweils rund 292 Höhenmeter bei einer Streckenlänge von 3,5 km stand nun vor uns. Unsere anvisierte Zielzeit von ca. 21 bis 22 Minuten je Auffahrt konnten wir überwiegend gut erreichen. Die Schnellste Auffahrt legten wir in unseren letzten Auffahrt zurück, die zu den 4424 Höhenmeter erforderlich war. Hier schafften wir eine Segmentzeit von 16:50 Minuten – rund 5 Minuten schneller als die vorherigen Zeiten.

Leider machten sich bei mir bereits nach den ersten zwei bis drei Auffahrten große Magen-Darm-Probleme bemerkbar, die auch leider nicht über den Tag hinweg schwächer wurden. Davon beeinflusst, mussten wir etwas mehr und längere Pausen als ursprünglich geplant einlegen. Auch meine Leistung brach im Laufe des Events dadurch immer mehr ein.
Zu unserer großen Freude kamen über den Tag verteilt zahlreiche Freunde und Arbeitskollegen an die Strecke und feuerten uns tatkräftig an. Manche begleiteten uns auch auf dem Rennrad auf einigen Auffahrten, was die Zeit sehr schnell verstreichen ließ. Oftmals bestand die Gruppe bis zu 6 Rennradfahrer. Wohl maßgeblich durch die anhaltenden Magenprobleme, begann es für mich ab der 10. Bis 11. Auffahrt mental etwas schwerer zu werden.

Gruppenfoto komplett

Als wir die erforderlichen 4424 Höhenmeter nach der 15. Auffahrt geschafft hatten, beschlossen Tobi und ich noch zwei weitere Auffahrten zu machen, um die 5 vor den Höhenmetern stehen zu haben. Nach einer Fahrzeit von 7:44 Std. hatten wir das Ziel erreicht. Am Ende standen bei uns 17,5 Auffahrten mit einer Gesamthöhe von 5178 Metern auf dem Tacho. Auch Claudia fuhr mehr Auffahrten als notwendig und schloss ihr erstes Basecamp Everesting ebenfalls mit über 5000 Höhenmeter ab.

Domenik, der ursprünglich sein Event an diesem Tag bestreiten wollte, supportete uns während des kompletten Everestings und machte Zahlreiche Fotos und Videos, dafür nochmals ein herzlichen DANK!

Claudia, Domenik, Tobi und Sebastian nach dem Basecamp Everesting

Zahlen und Fakten

  • Fahrzeit: 7:44 Std
  • Gesamtkilometer: 129 km
  • Höhenmeter: 5178 HM
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,7 km/h
  • Maximalgeschwindigkeit: 82,6 km/h
  • Durchschnittliche Trittfrequenz: 66 RPM
  • Durchschnittliche Herzfrequenz: 129 BPM
  • Verbrauchte Kalorien: 4198 Cal

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