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Neu für zu Hause – das Wahoo KICKR Bike

Nach zwei Jahren mit meinem KICKR 2018 war es an der Zeit mich nach etwas neuem umzuschauen. Grundsätzlich war ich – nach einigen Austauschaktionen – sehr zufrieden mit dem Rollentrainer: Immerhin absolvierte ich auf der Rolle aufgrund fehlender Piloten fürs Tandem über die beiden Jahre rund 16500 km.

Allerdings spielte ich schon länger mit dem Gedanken mir ein komplett wartungsfreies Trainingsgerät in die Wohnung zu stellen. Eine Kette muss doch mit der Kassette und den Kettenblättern etc. von Zeit zu Zeit gewechselt und die Schaltung ab und zu eingestellt werden.

Als Wahoo vor einigen Monaten das KICKR Bike vorgestellt und auf den Markt gebracht hat, war es direkt klar: Das wird mein neuer Rollentrainer!

Features über Features

Beim Wahoo Bike handelt es sich um einen Rollentrainer, welcher ein Rennrad, smarte Rolle und ein Bergsimulator in einem Gerät vereint. Es fallen keine zusätzlichen Wartungsarbeiten mehr an, kein tauschen oder ölen von Ketten, keine Schaltung einstellen, einmal eingestellt ist er stets bereit.

Das absolute Highlight ist sicherlich das total einfache Anpassen an die gewünschte Körpergröße. Das Bike kann in wenigen Sekunden für Athleten zwischen 1,52 und 1,93 Meter angepasst werden. Nur wenige Einstellungen von Hebeln und Schnellspanner sind hierfür notwendig. Über die Hebel und Schnellspanner können die Sitzposition über dem Tretlager, die Rahmenhöhe, Abstand zum Lenker und die Lenker- und Sattelhöhe eingestellt werden. Die Pedale können an der Kurbel so angeschraubt werden, dass man zwischen einer Kurbelgröße von 165, 167,5, 170, 172,5 und 175mm wählen kann.

Ein weiteres Highlight ist der integrierte Bergsimulator, der Steigungen bis zu 20% und Gefälle bis zu 15% simulieren kann. Entweder übernimmt das Bike die Steuerung der Steigung, wie z. B. bei Zwift oder Sufferfest. Der Widerstand passt sich dann automatisch an die Steigung an und muss über die programmierbare Schaltung vom Athleten ausgeglichen werden. Alternativ kann man über einen Knopf die automatische Bergsimulation ausschalten, dann stehen einem am Lenker zwei Knöpfe für eine manuelle Einstellung der Steigung oder des Gefälles zur Verfügung.

Über die Wahoo Fitness-App können verschiedene Schaltprofile erstellt werden. Anschließend kann man innerhalb der App mit einem Klick die Schaltlogik wechseln. Es stehen Schaltlogiken von SRAM, Shimano und Campagnolo zur Verfügung. Auch die Übersetzung der Kettenblätter und der gewünschten Kassette kann je Schaltprofil nach Wunsch frei eingestellt werden. Man erhält somit nahezu unzählige Möglichkeiten, ganz nach dem Streckenprofil oder welcher Athlet gerade trainiert die gewünschte Schaltung mit der gewünschten Übersetzung zu aktivieren.

Als weitere Features kann das Bike u. a. mehrere Bluetooth-Verbindungen parallel aufbauen, die Leistungsmessung erfolgt bis auf einem Prozent genau. Weiterhin werden Trittfrequenz, Distanz und Geschwindigkeit gemessen. Das Bike ist selbstverständlich auch mit dem Wahoo HEADWIND kompatibel.

>>Hier geht’s zum Wahoo KICKR Bike auf der Wahoo-Produktseite<<

Schnell, schneller, aufgebaut

Unglaublich, aber wahr: Das Bike ist in wenigen Minuten aufgebaut und einsatzbereit. Im Prinzip müssen nur zu Beginn die beiden Standfüße mit dem mitgelieferten Werkzeug angeschraubt, die Sattelstütze und die Lenkerstütze in das Gerät hineingesteckt, zwei Kabel der Schalt- und Bremsgriffe in die Verbindungseinheit und das Stromkabel an das Wahoo KICKR Bike gesteckt werden, fertig!

Die richtige Einstellung des Bikes auf seine Körpergröße kann auf unterschiedliche Arten erfolgen. Alle Möglichkeiten sind im Handbuch oder in der Wahoo Fitness-App ausführlich beschrieben. Für die Einrichtung mit Hilfe der App steht einem auch einen Einrichtungsassistenten zur Verfügung. Daher sei an dieser Stelle nur gesagt, dass man die Möglichkeit hat über die Körpergröße und Schrittlänge, dem Abfotografieren seines vorhandenen Rennrades oder die Eingabe der entsprechenden Werte aus einem Bike-Fitting über die Wahoo Fitness-App das KICKR Bike auf seine Körpergröße blitzschnell einzustellen.
Übrigens: Alle am Bike verstellbaren Elemente besitzen eine nummerierte Skala, über die man schnell das Bike wieder an seine erforderlichen Maße einstellen kann.

Auf die Plätze, fertig, los!

Nun aber zur wichtigsten Frage: Wie schlägt sich das Wahoo KICKR Bike im Alltag beim Training?
Kurz gesagt: fantastisch!
Das Fahrgefühl ist unglaublich gut. Der Betrieb ist flüsterleise. Nachts trainieren? Gar kein Problem! Der Stand ist prima, auch bei vollem Einsatz im Wiegetritt steht das Bike sicher auf dem Boden. Die Reaktion des Bergsimulators auf Zwift ist klasse, die Schaltung reagiert blitzschnell. Selbst beim Schalten hat man das Gefühl, als ob man eine wirkliche Schaltung betätigt. Möchte ich sehr sportlich und tief oder doch eher etwas aufrechter sitzen? Durch die variable Anpassungsmöglichkeit habe ich das Bike in wenigen Sekunden für den erforderlichen Einsatzzweck eingestellt.

Achtung: Die beiden Schnellspanner für die Sattel- und Lenkerhöhe müssen wirklich bombenfest verschlossen sein, ansonsten kann es passieren, dass z. B. der Lenker während eines Trainings langsam nachgibt und komplett in den Aufnahmeschacht des KICKR Bikes hineinrutscht und sich dadurch die Sitzposition deutlich verändert.

Einzig der hohe Preis könnte einige Interessenten am KICKR Bike abschrecken. Die unverbindliche Preisempfehlung gibt Wahoo mit 3500 Euro an. Allerdings erhält man für diesen Preis auch wirklich einen Heimtrainer der Premiumklasse, der keine Wünsche offenlässt. Zumal die Ausstattung mit einem KICKR 2020, dem gesonderten Bergsimulator und einem vernünftigen Rollenrad nicht exorbitant niedriger ausfallen wird.

Fazit

Mit rund 3500 Euro ist das KICKR Bike sicherlich sehr teuer, eine super Verarbeitung, die hohe Flexibilität bei der Größenanpassung, der integrierte Bergsimulator und die in meinem Fall absolut zugängliche Bedienung und Steuerung des KICKR Bikes über die barrierefreie iOS-App ist der Rollentrainer für mich jedoch unschlagbar. Gerade in Punkto Zugänglichkeit muss man Wahoo ein großes Lob aussprechen. Bei keinem anderen großen Anbieter habe ich die Möglichkeit selbst alles über die App einzurichten, anschließend einzustellen und während des Trainings die Funktionen zu steuern. Hier gewinnt man ein großes Stück an Selbstständigkeit!

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